[Buchrezension] Heaven - Alexandra Adornetto

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http://www.amazon.de/Heaven-Halo-Trilogie-Alexandra-Adornetto/dp/3499216027

Zusammenfassung: 

Nach allem, was Bethany und Xavier durchgemacht haben, beschließen sie, ihre Liebe durch eine heimliche Hochzeit zu krönen. Doch kurz nach der Vermählung bricht das Unheil erneut über sie herein: Die gesichtslosen Sieben – ein himmlischer Orden, der das Gleichgewicht des Universums bewahren soll – sind den beiden auf den Fersen und verfolgen sie bis an die Universität. Muss Bethany ihre große Liebe Xavier schließlich doch aufgeben und in den Himmel zurückkehren, weil ihre Verbindung allen himmlischen Gesetzen widerspricht? Oder gibt es für sie einen Weg, für immer vereint zu bleiben?
 
»Sie ist eine Frau.« Wade schüttelte den Kopf. »Und daher von Natur aus korrupt und lustbetont. [...]«
Am Ende fühlte ich mich ehrlich gesagt ein bisschen komisch. Es gab noch so viele Dinge, die offen waren, sodass ich mich nicht entscheiden kann, ob das Buch jetzt einen guten Eindruck hinterlassen hat oder nicht. Meine Hauptfrage war einfach: Was ist mit den anderen Personen passiert? Im zweiten Teil wurden Dinge angedeutet, im dritten Teil wurde Dinge angestellt, die aber einfach nicht weitergeführt wurden. Das hat mich wirklich gestört. Mehr als mir gerade bewusst ist.

»Was in Gottes Namen habt ihr getan?«, sagte sie in einem Ton, den ich noch nie an ihr gehört hatte.
Die Story an sich finde ich immer noch gut. Auch wenn ich nach Klappentext etwas komplett anderes erwartet hatte. Ich dachte wirklich, dass es eine Flucht werden würde. Vielleicht um den gesamten Globus? Pustekuchen! Über ein College ist die Handlung nicht hinausgekommen und da wäre es sowieso hingegangen. Auch ohne die Hochzeit der beiden. Also besonders außergewöhnlich war es dann nicht.
Auch der tiefere Sinn ließ hier für mich wieder nach. Ich könnte jetzt etwas zusammenfantasieren von wegen „Die Liebe von Xavier und Beth ist stärker als alles andere“, aber ich wäre davon nicht selbst überzeugt. Fakt ist für mich: Die Story des Buches zeigt wunderbar, dass keiner perfekt ist. Wir alle haben Fehler. Jedes Geschöpf hat Fehler. Auch die Leute im Himmel sind nicht so toll, wie man vielleicht denken mag. Sie übersehen Dinge, machen Dinge falsch und handeln nach ihrem eigenen Kopf anstatt das zu tun, was man eigentlich von ihnen erwartet.
Der rote Faden in diesem Buch war die Liebe zwischen Xavier und Beth. Sie kann allem standhalten. Selbst den gesichtslosen Sieben können sie immer wieder entfliehen, wobei ich mich manchmal aber fragte: Wenn ich jemanden unbedingt fangen und töten will, würde ich da nicht alles sorgsam planen und dafür sorgen, dass die Gesuchten in eine Falle laufen? Diese sieben Ritter kamen mir manchmal echt verpennt vor. Die einfachsten Dinge schienen unmöglich für sie zu sein. Und klar, man schickt auch immer erst eine Person vor, bevor der Rest nachkommt. Ach, warte mal, vielleicht kommt der Rest auch gar nicht nach.

Ein Stück entfernt, zwischen zwei hohen Bäumen, stand ein weißes Pferd.
Spannung in diesem Buch? Nein, eigentlich gar nicht. Die einzelnen Szene mit den gesichtslosen Sieben waren spannend und die Szenen zwischen Beth und Xavier, als sie endlich mal allein waren, aber sonst? Gar nicht. Auch das Ende war für mich überhaupt nicht schlimm. Ich wollte nur noch das Buch weglegen können und ein neues Buch anfangen, weshalb ich mich auch beeilt habe. Aber es hat mich einfach nicht gefesselt. Das Ende war zwar überraschend, aber nicht so, wie ich es mir ausgemalt hatte. Da hätte definitiv etwas mehr entstehen können. Bzw. die ganze Aktion hätte früher geschehen sollen und nicht erst auf den letzten Seiten. Von allen Teilen war diese Buch was die Spannung angeht das Schlechteste.

Ich fühlte mich etwas unwohnlich dabei, mein Sexualleben mit meinem Bruder zu diskutieren.
Der Schreibstil der Autorin war hingegen wie immer locker. Vielleicht hätte hier aber mal ein bisschen Ernst gut getan. Sie hat es geschafft, dass ich an manchen Stellen lachen musste, weil mir die Situation komisch vorkam. Bzw. die Dummheit einiger Charaktere war so umwerfend groß, dass ich darüber lachen musste. So zum Beispiel der Angriff der gesichtslosen Sieben am See. Echt jetzt? So leicht kann man diese „Armee des Himmels“, die für Gerechtigkeit sorgt, besiegen?
Trotzdem kann ich nicht bestreiten, dass ich damit gut zurechtgekommen bin. Für mich war es sehr leicht zu verstehen und auch nicht zu zäh. Eigentlich genau richtig. Die richtigen Worte, an den richtigen Stellen. Nur die Handlung war etwas abstrus.


»Xavier, hör zu. Es ist nicht unsere Schuld.«
Die Charaktere machten in diesem Teil noch einmal eine große Wandlung durch. Besonders aufgefallen ist mir das bei Beth. Aus den Vorgängern kennt man sie naiv und blauäugig. Trotzdem hatte sie etwas Niedliches an sich, weil sie sich nicht mit der Menschenwelt auskannte. In diesem Teil war sie nur egoistisch. An manchen Stellen tat mir Xavier direkt leid. Von dem niedlichen Mädchen war hier nur noch selten etwas zu spüren. Sie verwandelte sich in eine hochnäsige, junge Frau, bei der ich mir denke: Hat die noch alle Tassen im Schrank? Es hat mich enttäuscht, da ich sie als Protagonistin wirklich mochte. Es war schön, alles aus der Sicht des Engels zu sehen und nicht wie immer den Menschen genauer kennenzulernen. Was allerdings blieb, ist die Tatsache, dass es immer das Mädchen ist, aus deren Perspektive geschrieben wird. Kann in so einer Geschichte nicht einmal der Junge die erzählende Person sein? Xavier wäre in diesem Fall auch nicht so nervtötend gewesen.
Denn Xavier blieb genauso wie in den vorhergegangenen Teilen. Er entwickelte sich zwar weiter, aber die grundsätzlichen Charakterzüge blieben. Er blieb schlichtweg real. Menschlich, greifbar, verständlich. Und mit der Zeit mochte ich ihn immer mehr. Auch wenn ich manchmal nicht verstehen konnte, wie er bei Beth so ruhig sein konnte. Aber wahrscheinlich ist das wahre Liebe. Man sieht über die Fehler des Anderen zeitweise hinweg und akzeptiert seine Macken.
Molly kam mir in diesem Buch definitiv zu kurz. Nachdem sie endlich in das Geheimnis eingeweiht worden war, spielte so eine winzige Rolle in diesem Buch, was mich echt irritierte. Die Autorin hat sie extra an das College von Beth und Xavier wechseln lassen und dann so etwas? Nein, danke! Das ist nun mal richtig blöd gelaufen. Und erst das Ende.
Gabriel hat sich in diesem Teil auch noch mal sehr verändert, was mir persönlich aber richtig gut gefiel. Er war nicht mehr so ernst, wie wir alle ihn am Anfang erlebt hatten. Er fing an das Leben der Menschen zu mögen und tapste ein bisschen wie ein Neugeborenes durch die Welt. Seine kleinen Fehltritte zu beobachten war sehr amüsant. Auch wenn auch er eine Geschichte verdient hätte am Ende. Er ist in Rumänien. Toll, das sagt jetzt soooo viel. Dann hätte es doch bitte einen kleinen Epilog geben sollen!
Ivy war in diesem Teil so stocksteif wie nie zuvor. Sie war eigentlich bereiter als Gabriel sich auf die Menschenwelt einzulassen. Trotzdem war sie in diesem Buch komplett gegen alles, was die Menschen gemacht haben. Selbst gegenüber Beth wirkte sie nicht mehr so locker wie in Teil 1 und Teil 2. Schade, ich habe die lockere Ivy echt vermisst. Mit ihr konnte man selbst in anstrengenden Situationen Spaß haben.
Alle anderen Charaktere waren nur Nebenfiguren, die kurz auftauchten und sofort wieder verschwanden. Ich verstehe, dass man auf einer Flucht viele Leute kennenlernte, aber sie hatten für mich keinen richtigen Nutzen. Sollten sie zeigen, wie das normale Leben gewesen wäre? Ja? Toll, aber Beth und Xavier sind nun mal nicht das normale Paar, wie man es vielleicht gern hätte. Daher passte das nicht so richtig.

»Gebt einander die Ringe, als Zeichen eurer gegenseitigen Lieben und Treue.«
Das Cover allerdings ist mal wieder wunderschön. Es ist dieselbe Pose, wie in Teil 1. Vielleicht soll es so umrahmend sein? Vielleicht soll es darstellen, dass Beth und Xavier wieder zusammen sind, nachdem auf dem Vorgänger nur Beth zu sehen war?
Auf jeden Fall gefällt es mir sehr, dass es zu bunt ist. Jedoch muss ich sagen, dass mir die englische Version wesentlich besser gefällt. Sie sieht mehr nach der Story aus. Schade, dass man das nicht auch auf dem deutschen Cover so gemacht hat.
Ansonsten ist eigentlich alles gesagt. Der Teil war für mich definitiv der Schlechteste. Die Autorin hat hier für mich einen großen Schritt zurück gemacht.

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„Heaven“ ist längst nicht der Abschluss, den die Serie verdient hätte. Es hätte schön dramatisch werden können. Stattdessen gibt es ein bisschen Rumgemecker. Luzifer taucht kurz auf. Ebenso kurz wie viele andere Personen. Es ist schade, welchen Eindruck dieses Buch hinterlässt. Vor allem, da so unendlich viele Fragen noch offen bleiben! 

Gesamtbewertung: 

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